Sonntag, 29. Dezember 2019

German Review: Dieser eine Augenblick - Renée Carlino

Titel: Dieser eine Augenblick
Originaltitel: Wish You Were Here
Autorin: Renée Carlino
Bewertung: 2.5 / 5

Danke an Bastei Lübbe und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches vorab der Veröffentlichung.
Als Charlotte auf Adam trifft, ist es, als würden sie sich schon ewig kennen. Sie verbringen eine wunderbare Nacht zusammen, am nächsten Morgen jedoch ist er wie verwandelt und zeigt ihr die kalte Schulter. Aber Charlotte kann den mysteriösen Fremden nicht vergessen, der ihr in nur einer Nacht das Herz gebrochen hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihm, um endlich Klarheit zu bekommen. Doch sie ahnt nicht, dass Adam ein Geheimnis hat, das ihr Leben für immer verändern wird.

Es trifft mich jedes Mal sehr, wenn Leser ein Buch lieben, sich unzählige positive Rezensionen im Internet befinden, ich ihm also eine Chance gebe und feststelle: der Hype ist für mich unbegründet. Dieser eine Augenblick ist nicht mein erstes Buch von Renee Carlino, weshalb ich eigentlich doch recht positiv gestimmt war. Sie hat eine Art, mit Worten umzugehen, die wirklich erstaunt und einen als Leser vollkommen fesselt. Ihre Storylines bisher gefielen mir sehr gut. Ich überlegte gar nicht lange, bevor ich meine Anfrage versand. Umso erstaunter war ich, dass ich bereits nach wenigen Seiten verstand, diese Geschichte würde nichts für mich.

Es fing mit der Protagonistin an, mit der ich nicht warm wurde. Niemals. Sicherlich ist sie etwas chaotisch, springt von einem Job zum nächsten, von einem Hobby zum nächsten und landet so auch des öfteren bei den falschen Kerlen. Das alles wäre halb so wild gewesen, schließlich ist Charlotte nicht die ersten Protagonistin dieser Art, aber ihre Darstellung, ihre Dialoge gefielen mir einfach gar nicht. Leider. Auch ihr Verhalten gegenüber anderen ließ zu wünschen übrig - vor allem nach der Sache mit Adam. Ich wünschte, ich könnte spoilern, aber ich halte mich zurück.

Ich war schon ziemlich stolz auf mich, Dieser eine Augenblick überhaupt bis zum Ende gelesen zu haben. Und ab der Mitte musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass es mir leichter fiel, die Story zu verfolgen, sogar ein wenig mitzufiebern - aber nur ein ganz wenig. Endlich nahm die Story ein wenig Tempo auf, wo ich vorher nur das Gefühl hatte, es wurden Seiten gefüllt. Klar, muss eine Geschichte sich erst aufbauen, ehe es zu den wirklichen komplexen Dingen kommt, aber es erschien mir sehr langatmig. Vermutlich auch, weil viele Leser bereits von Anfang an ahnen können, was es mit Adam auf sich hat, wieso er Charlotte nach ihrer gemeinsamen Nacht plötzlich meidet.

Sicherlich waren Charlotte und Adam als Paar unglaublich. Das ist es auch, was mich dazu bewegt hat, nach der Hälfte nicht aufzugeben. Und der andere (den Charlotte wirklich schlecht behandelt hat!). Ihre Liebesgeschichte wurde herzzerreißend, unglaublich emotional, dass sogar ich Tränen unterdrücken musste. Der Verlauf war vorhersehbar, aber nicht weniger traurig. Das Ende hingegen vollkommen plötzlich, dass mir auch dies wieder nicht gefiel.

Für mich gab es also ziemlich viel auszusetzen, auch wenn ein paar gute Ansätze vorhanden waren, was die Story an sich betrifft. Und auch nach dem mir dieses Buch der Autorin nicht unbedingt zugesagt hat, werde ich dennoch weitere von ihr lesen, denn ich weiß, das hier war die Ausnahme.

Samstag, 28. Dezember 2019

German Review: 10 Blind Dates für die große Liebe - Ashley Elston


Titel:
10 Blind Dates für die große Liebe

Originaltitel: 10 Blind Dates
Autorin: Ashley Elston
Bewertung: 4/5

Danke an Bastei Lübbe (One) und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Sophie wünscht sich nur eins: Zeit zu zweit mit ihrem Freund. Doch dann serviert Griffin sie aus heiterem Himmel ab - und Sophies Herz ist gebrochen. Zum Glück weiß ihre Nonna, was man gegen Liebeskummer tun kann: Zusammen mit der ganzen Familie arrangiert sie für Sophie zehn Blind Dates an zehn Tagen. Wenn das mal nicht im Chaos endet! Vor allem, weil nicht jedes Date Sophies Geschmack trifft. Zwischen all den süßen, aber auch verrückten Typen weiß sie gar nicht, wo ihr der Kopf steht. Und als wäre das nicht schon genug, steht plötzlich auch noch Griffin vor ihrer Tür, der sie zurückgewinnen will. Aber möchte Sophie das überhaupt? Denn vielleicht schlägt ihr Herz schon längst für jemand anderen ...

Einen passenderen Zeitpunkt dieses Buch zu lesen, hätte es kaum geben können - Dezember, kurz vor Weihnachten - denn genau hier spielt sich die Geschichte ab. Zehn Blind Dates vor, um und nach Weihnachten herum. Und das für einen Teenager. Ganz schön viel zu tun, würde ich sagen, vor allem verglichen mit der Tatsache, dass viele Mädchen in dem Alter keine 10 Dates in ihrem Leben nachweisen können.

Also ja, ich war ein wenig skeptisch. Des Weiteren gefällt mir das Originalcover besser und viele Leser sind visuell veranlagt. Kann alles nur schiefgehen? Von wegen! Die ersten Kapitel intus und schon wusste ich, bei 10 Blind Dates für die große Liebe handelt es sich um ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack. Klar, ich wusste bereits, wie es enden würde, das ist nicht unbedingt schwer zu erraten. Und auch wenn ich dachte, Sophies Familie wird mir zu groß und zu chaotisch, irgendwie mochte ich sie dennoch. Dieser verrückte Haufen scheint von der großen Familie der Autoin beeinflusst worden zu sein. Für mich kaum vorstellbar, wie das auszuhalten ist und ich möchte es auch lieber nicht erfahren, aber darüber lesen - zumal wenn es derart gut und sympathisch verpackt ist, was den Schreibstil angeht -, das ist in Ordnung.

Zu Beginn der Story ist Sophie noch mit ihrem späteren Ex-Freund zusammen, was relativ schnell nicht mehr der Fall ist. Und während man sich gerne mit ihr verkriechen wollen würde (nachdem man ihrem Freund eine ordentliche Ansage gemacht hat, denn er ist wirklich kein guter Kerl), hat Sophies Großmutter, die Sophie besuchen fährt, andere Pläne. Zehn Blind Dates in zehn Tagen, inklusive einem Joker, den Sophie an einem von ihr gewünschten Tag einsetzen darf, um einmal auszusetzen. Alle Blind Dates werden von Familienmitgliedern organisiert und geplant. Einige von ihnen waren sogar sehr gut, ich schwärmte teilweise richtig mit. Andere waren der totale Reinfall oder einfach nur zum Lachen.

Aber in dieser Geschichte geht es nicht nur um Blind Dates und die Hoffnung, unter ihnen die große Liebe zu finden, oder um sich über einen Ex-Freund hinwegzutrösten - hinter all dem steckt mehr. Freundschaften, die wieder zum Leben erwecken, verletzte Gefühle und gekränkten Stolz und nicht zuletzt sogar Geschwisterliebe, gepaart mit Sorge, denn Sophies große Schwester bekommt ein Kind und das viel zu früh. Emotionen vermitteln kann die Autorin ganz offensichtlich, denn als Leser empfand man wirkliches Mitleid und gleichzeitig war man unfassbar stolz auf Sophie, wie mutig, tapfer und entschlossen sie in einigen Momenten war. Sie lernt sich in dieser Zeit bei ihren Großeltern und der Familie selbst ganz neu kennen. Und sie ist dabei alles andere als langweilig, wir ihr Ex-Freund es behaupten würde. Sie entdeckt mit Hilfe ihrer riesigen Familie und ihren alten Freunden, was sie eigentlich vom Leben möchte. Und vielmehr erkennt sie auf diesem Weg auf wen. Und oh, es ist so zuckersüß!

German Review: The Ivy Years - Bis wir uns finden - Sarina Bowen


Titel:
The Ivy Years - Bis wir uns finden

Originaltitel: The Fifteenth Minute (The Ivy Years #05)
Autorin: Sarina Bowen
Bewertung: 4/5

Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Die junge Schauspielerin Lianne Challice hofft, dass sie am Harkness College endlich ein ganz normales Leben abseits des Presserummels führen kann. Sie will das erste Mal in ihrem Leben richtige Freunde finden, Spaß haben und sich verlieben. Und als sie Daniel "DJ" Trevi kennenlernt, erlebt sie, wie es sich anfühlt, Schmetterlinge im Bauch zu haben. Doch obwohl DJ ihre Gefühle erwidert, versucht er, Lianne auf Abstand zu halten. Denn er hat ein Geheimnis, das er nicht nur vor ihr, sondern vor allem auch vor der Öffentlichkeit verbergen will ...

Ich habe versucht, unvoreingenommen an das Buch heranzugehen. Eishockey-Romane begeistern mich nur bedingt, obwohl Sarina Bowens Schreibstil mir wirklich gut gefällt. Und da ich die Reihe angefangen habe, dachte ich, ich kann sie ebenso gut weiterlesen, als ich sah, dass der fünfte Teil bei NetGalley zur Anfrage zur Verfügung stand. Gut, ich habe den vierten Band ausgelassen, somit wunderte ich mich schon ein wenig, als Bella nach dem halben Drama in Band 3 ihren Prince Charming bereits an ihrer Seite zu stehen hatte. The Ivy Years #04 muss also definitiv noch von mir gelesen werden.

Zurück zu Bis wir uns finden - hands down, der beste Band bisher! Er gefiel mir so unglaublich gut, dass ich ihn an einem Tag durchgelesen habe, ihn praktisch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Tatsächlich haben mich Lianne und DJ hellauf begeistert, sie waren so unglaublich tolle Charaktere, dass ich sie direkt in mein Herz geschlossen habe. Auch vom Plot her fand ich diesen Teil der Reihe bisher am gelungensten - wahrscheinlich weil Eishockey nur eine Nebenrolle spielt und neue Berufungen der Charaktere ins Spiel kommen. Ebenfalls gut fand ich die Idee, dass Lianne und DJ sich bereits zuvor kennengelernt haben, sodass der Leser eigentlich erst das zweite Treffen der beiden bewusst erlebt. Die Vertrautheit zwischen den beiden existierte von Anfang an, sodass man sie einfach nur shippen konnte, die zwei.

Viel überraschender für mich fand ich, dass ich trotz des kleinen Hollywood-Schlenkers, die Story trotzdem derart mochte. Für gewöhnlich habe ich eine viel längere Liste an Dingen, Berufen, Eigenschaften von Charakteren, die mich in Romanen stören, aber in Bis wir uns finden war alles stimmig, sodass ich mich an meinen typischen Kriterien überhaupt nicht störte. Ein großes Kompliment an Sarina Bowen dafür, denn sie hat es geschafft, in die Handlung einen roten Faden zu integrieren, der mich alles vergessen ließ. Ich fieberte und fieberte und schmolz bei jedem Wort von DJ dahin, bei jeder Szene zwischen ihm und Lianne hielt ich den Atem an. Hach, sie sind definitiv eines meiner Lieblingspaare.

So, runter mit der rosaroten Brille, es wird ernst: Dieses Buch spricht ein unglaublich wichtiges Thema an und es hat mich vollkommen verblüfft, wie professionell die Autorin damit umgegangen ist. Das war ganz stark! Ich möchte nicht spoilern, deshalb werde ich nicht verraten, mit welchen Problemen sich DJ beschäftigen muss; was der Grund ist, wieso er Lianne auf Abstand hält. Um Gottes Willen, ich ahnte zu Beginn der Story schon etwas in die Richtung, aber so realistisch wie alles beschrieben wurde, so unfair, wie einem das Ganze erscheint. Ich wurde wütend. Und dann fühlte ich mich erleichtert, als alles ein gutes Ende genommen hatte. Was sicherlich im realen Leben nicht immer der Fall ist - umso wichtiger, dass dieses Thema angesprochen wird. Anschuldigen solcher Art können schnell ausgesprochen werden. Und diese Fälle sind so komplex, dass es sehr schwer wird, Grenzen zu setzen. Einfach nur wow.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass dieser Band mein Lieblingsteil der The Ivy Years Reihe ist, aber es stimmt. Ich war hin und weg und hoffe, dass auch der letzte Band in Deutsche übersetzt wird. Falls nicht, tue ich mir keinen Zwang an und werde ihn eben auf Englisch lesen, kein Problem. Oh, und Bellas Buch kommt ebenfalls auf meine Liste. Der Klappentext dazu klingt ebenfalls vielversprechend, zumal sie sich in Bis wir uns finden als die beste Freundin schlechthin erwiesen hat.

Dienstag, 5. November 2019

Stealing Her (Covet #01) - Rachel van Dyken

Title: Stealing Her (Covet #01)
Author: Rachel van Dyken
Rating: 4/5

Thanks to Skyscape and NetGalley for letting me receive a digital copy of this book before its official release date.
My estranged twin brother, Julian, was always the wonder boy—and soon-to-be CEO of our ruthless father’s corporation. My mother and me? Left behind. Now, years after tearing our family apart, my father dares to ask me for a favor? Pretend to be Julian while he fights to survive a tragic accident. It can save the company. Nobody will be the wiser. It’ll be our secret.

I can play Dad’s favorite. I’ll do it for Julian. And for my mother, who’ll want for nothing.

But this double life comes with a beauty of a hitch: my very real feelings for Julian’s fiancée, Isobel. Not only am I betraying Julian, I’m deceiving a woman I love. She doesn’t suspect a thing. As lies compound, lines are crossed and loyalties tested, all I can ask myself is…what have I done?

Because sooner or later something’s got to give. There’s no way I’m giving up Isobel. But once the truth is exposed, it might not be my choice at all.

Let's start this review by saying what I am saying in every of my Rachel van Dyken reviews - I love this woman! You'd think her writing will lack any time soon considerung the huge amount of books she's publishing year after year. I know there are multiple authors out there, trying to aim for that goal and unfortunately, their quality suffers along with the pressure of getting as many books out as you can. But with Rachel, I feel like she's seeing this as her gift - never running out of story ideas, just writing them down and boom! There's a new book to publish, just as amazing as the ones before. I admire her for that, honestly.

So yes, there's a fair share of books out there, a CEO as the main characters and a girl, loving to wear heels and is hungry for sex out there already. I've read enough of them, grown tired and just seeing the word Manhattan written in a book gets me really angry and all red-eyed with rage. Same old story. All the time. And here comes Rachel, turning that original thought into something else entirely. It kind of reminded me of that Sandra Bullok movie where she pretends to be the girlfriend of a man in coma. I like that movie, but I loved this book even more. Because it's something else. And there's just that typical Rachel van Dyken humor in it that I'm always craving to read more about after finishing one of her books. Like, I want Rachel to constantly talk to me, see if she's just as funny as she writes. I'm sure she is, because I get to see glimpse of it whenever I check the posts in her Rachel's Rockin' Readers group on Facebook.

Back to the book... If you're expecting a big plot twist for this one, you're not getting it. The outcome it quite predictable at the beginning of the book, but I didn't mind that. I wanted to read about the development more so than a change of heart, something surprising jumping out of a cake or anything like that. I could feel Isobel and Bridge had so much to say, they both had such powerful voices during the story, I fell in love with both of them. And their strength, their chemistry and their minds. I mean, it wouldn't be a Rachel van Dyken book if she didn't made the heorine be a badass. And wow, Isobel was one of the best kind. Sure enough, she annoyed me sometimes and I'd get sick of her trying to sew up holes with Julian that just couldn't be repaired. And then, as the story went further, I felt sorry for Julian as well. So I was literally a mess. I felt sorry for each and everyone in the story, most of all Bridge's mom, to be honest. I'm sad we didn't get to read about her as much I as hoped we would.

The only person I didn't shed a tear for was Bridge and Julian's father. He's as evil as they come, only caring about money and impressions. Gosh, I hated him with all my heart. Not sure if Bridge hated him as much as me. And that's good, because this book brings up so many emotions, love and hate and rage and angst and so much more - I love when that happens. When one single author manages to squeeze it all into one story without it demanding to be too much, to strangle the reader. It felt so natural, the story felt so real to me, it wasn't just fiction at the time I read it.

There's one thing I'm going to complain about, still. And that's the rush toward the end of the story. I can see that many things were figured out, worked out, too. But it seemed to sudden to me. Like: "Okay, hey. Forgive and forget" and though I longed for a happy-end, I liked the epiloge for what it was - raw, not just that shiny, everything is great kind of thing. And I think in that moment, the other brother, Julian, stole my heart a little more than Bridge did. But I can only tell after reading the second book in the Covet series and I am so super excited when it's going to be published!

Oh, and something else - I'm a bit sad for Isobel wearing a white dress on the cover of Stealing Her. Red would have been more fitting and I think Bridge would agree with me on that one. You'll understand this once you start reading the amazing book, so just do it!

Samstag, 19. Oktober 2019

German Review: Follow Me Back (Follow Me Back #01) - A.V. Geiger

Titel: Follow Me Back (Follow Me Back #01)
Autorin: A.V. Geiger
Bewertung: 3.5 - 4 / 5

Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Tessa Hart fürchtet sich davor, ihr Zimmer zu verlassen. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ihr Twitter-Account @TessaHeartsEric, auf dem sie sich mit anderen Fans über ihre Liebe zu dem Popstar Eric Thorn austauscht. Was sie nicht ahnt: Der Sänger ist eine der Personen, mit denen sie sich regelmäßig Privatnachrichten schreibt! Eric weiß, dass er Tessa die Wahrheit sagen muss, zumal die junge Frau mit jedem Tag tiefere Gefühle in ihm weckt. Doch als die beiden sich für ihr erstes Treffen verabreden, nimmt plötzlich alles eine gefährliche Wendung ...

Ich war hin- und hergerissen, als ich überlegte, ob ich eine Anfrage für Follow Me Back starte. Romane, in denen es um Liebesbeziehung eines Musikers gehen, sind für mich eigentlich überhaupt nichts. Aber vielleicht sage ich das auch nur immer und letztendlich gefallen sie mir häufig. Während des Lesens hatte ich oftmals ähnliche Gefühle, wie ich sie verspürte, als ich From Scatch von Stacey Kade gelesen habe - eines meiner absolut Top-Favoriten. Ich glaube einfach, die Schreibart macht vieles aus und lässt mich Themen genießen, mit denen ich mich sonst nicht gerne beschäfigte.

Zugegeben, ich denke, jeder kann sich in gewisser Weise mit Tessas Charakter identifizieren. Jeder von uns empfand sicherlich schon einmal eine Schwärmerei für einen Popstar, jeder hat Bilder abgespeichert, Songtexte so interpretiert, wie es einem gerade passte und Live-Sendungen unbedingt erleben wollen. Komisch, dass ich während des Lesens tatsächlich Scham dabei empfand. Vieles fand ich sehr widersprüchlich: sie denkt, viele Fans gehen zu weit, aber irgendwie unterscheidet sie sich nicht. Sie ist ebenfalls besessen - das sagt sie selbst. Sie projiziert ihre Ängste auf Eric, weil sie glaubt, ihn zu verstehen. Irgendwie war das gruselig, ohne dass sie es merkte. Und ohne viel spoilern zu wollen, glaube ich, hat mich das Ende des Buches - die Möglichkeit, die sich dort auftut -, auch so gepackt (meine Gedanken sind sowas von unsortiert gerade). Schon eigenartig, dass der Leser, der nun vielleicht in einem etwas fortgeschittenerem Alter ist, ihr Verhalten und ihre Tweets so bedenklich findet, wo es mich als Teenager wahrscheinlich überhaupt nicht zum Überlegen gebracht hätte.

Und dann ist da Eric, der tatsächlich Tessa komplett in die Karten spielt. Er fühlt sich tatsächlich so, wie sie es vermutet. Oh, wieso?! Irgendwie wünschte ich, sie hätte es sich eher eingebildet, denn es war teilweise einfach gruselig und unpassend. Na ja... Trotzdem ergaben die beiden ein nettes Paar. Liebe Autorin, was stellst du nur mit meinen Gedanken an?! Immer noch hin- und hergerissen - von der Anfrage bis jetzt. Wow. Und bin ich die Einzige, die sich Eric Thorn als Justin Bieber vorstellte?! Es mag an der Entdeckung via YouTube liegen, an dem jungen Alter und an anderen Umständen. Keine Ahnung. Eric war mir sympathisch, weshalb ich seinen Manager nicht ausstehen konnte und so viel Mitleid mit dem armen, jungen Kerl empfand, dass er sich in einem Vertrag befand, aus dem es keinen Ausweg gab. Für die Plattenfirma war er eine hübsche Marionette.

Auf jeden Fall fand ich es gut, dass das Thema Stalking aufgegriffen wurde. Und die Darstellung der Ängste war durchaus überzeugend (besonders gut gefallen haben mir ihre Therapie-Sessions, die waren sehr detailliert und gut veranschaulicht). Ich glaube, vieles, was mich an der Geschichte hier und da störte, hat die Autorin mit ihrem Schreibstil wieder gut gemacht. Denn dafür, dass es sich um eine WattPad-Geschichte handelte, war sie unglaublich gut geschrieben! Nicht, dass das nicht möglich ist, aber das Vokabular hat mich wirklich verblüfft. Ich las wie gebannt, wollte mehr und mehr Worte verschlingen - sehr gut!

Auch dass der Leser beide Sichtweisen beschrieben bekam, war gut (wenn auch in dritter Person geschrieben wurde; ich habe mich recht schnell daran gewöhnt). Und die Vernehmungsprotokolle zwischendurch sorgten für die nötige Spannung. Gleichzeitig hinderten sie einen daran, einfach nach hinten zu blättern und zuerst das Ende zu lesen. Diese Vernehmungen waren wie kleine Happen, die den Leser mit neuen Informationen versorgten, die ausreichten, um ihn über Wasser zu halten.

Der Leser erfährt erst recht spät, was Tessa zugestoßen ist und letztendlich wird dennoch nicht wirklich viel verraten, wie ich fand. Es sind immer noch einige Fragen offen bzw. unnötig beantwortet. Aber ich schätze, das sollte einfach nicht der Hauptfokus und die Hauptaussage der Geschichte sein. Andere Passagen waren da weitaus ausführlich durchgekauft worden. Und ich schätze, dass Tessa über einige Zeit einen Freund hatte, der nicht Eric war, spielte nach einer Weile auch einfach keine Rolle mehr, dass es erwähnt werden musste. Aber alles in allem konnte ich das Buch dennoch nicht aus der Hand legen, sodass ich es binnen weniger als 24 Stunden ausgelesen hatte und nun sehnlichst den zweiten Band erwarte, denn das Ende... Ja, ich behaupte, es gehört zu meinen neuen Favoriten.

German Review: Never Too Close (Never #01) - Morgane Moncomble


Titel:
Never Too Close (Never #01)

Originaltitel: Viens, on s'aime
Autorin: Morgane Moncomble
Bewertung: 3.5/5

Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch - zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal ... oder?

Erst einmal muss ich betonen, wie toll ich es finde, dass ein New Adult Roman an einem anderen Ort spielt als in den USA oder im Vereinigten Königreich. Stattdessen erhält der Leser einen kleinen Anblick in das Leben in Paris - die Stadt der Liebe oder so sagt man zumindest. Ausgehend von Violettes Mitbewohnerin Zoé stimmt das sogar vielleicht. Bei Violette hingegen spielten Männer bisher eine nicht allzu große Rolle und wenn sie sich dazu entschied, sie an sich heranzulassen, dann erwiesen sie sich als absolute Idioten.

Bis die Loan in einer Silvesternacht kennenlernte, weil der Fahrstuhl des Wohnhauses, in dem beide leben, stecken blieb. Das Ganze erinnerte einen sehr stark an den Film Happy New Year, aber ich denke, dass ist einfach dessen geschuldet, dass dies meine erste Verknüpfung im Kopf war. Seither sind Loan und Violette unzertrennlich und verbringen praktisch jede freie Minute miteinander. Sie teilen sich sogar ein Bett. Die Freunde der beiden und der Leser erhalten so das Bild eines Paares, wobei die beiden dies gänzlich abstreiten. Nur logisch, dass, als Violette doch endlich einen Typen kennenlernt, mit dem sie gerne einige Schritte weitergehen würde, Loan um Hilfe bittet.

Der beste Freund, der einem die Unschuld nehmen soll. Ja, ich bin versucht, zu gähnen, wenn ich über den Plot nachdenke. Das haben wir tatsächlich schon einige Male gelesen und es endet immer gleich. Werde ich des Genres einfach überdrüssig und kann mich deshalb nicht mehr für dieselben Storylines erwärmen, die ich sonst immer so mochte?! Ich bin mir nicht sicher. Eins steht fest: Ich habe Never Too Close wirklich gerne gelesen, aber es beinhaltete im Grunde nichts Neues. Schwer möglich, etwas Neues zu erschaffen in dieser Welt, deshalb tut mir die Aussage auch etwas leid. Für mich haben die Charaktere die Geschichte zu der gemacht, die ich recht gut fand - die Nebencharaktere und all ihre Streitereien.

Liebend gerne hätte ich viel mehr zu Violettes oder auch Loans Familiengeschichte gelesen, aber andererseits hätte ich mich womöglich beschwert, hätte sich die Autorin dazu entschieden. Wie man es macht, ich finde also immer irgendetwas, das mich doch noch stört. Was mich sehr gefreut hat, war die Entscheidung für die Situation mit Loans Mutter - die Krankheit, an der sie litt. Darüber liest man tatsächlich nicht viel und es hat mir das Herz zerbrochen, sie im Umgang mit ihrem Sohn zu sehen und auch, wie die Reaktion des Vaters war. Schade nur, dass beide Charaktere Probleme mit ihren Müttern hatten, aber vielleicht hat sie das auch in gewisser Weise geeint.

Die Geschichte hat sich teils doch ziemlich gezogen, obwohl ich den Schreibstil erfrischend fand, womit ich zu Anfang nicht gerechnet hätte. Trotzdem weiß ich, dass Genre-Fans dieses Buch ungemein lieben werden, da es wirklich gelungen ist und meine Gründe, wieso es mir nicht zusagte, hauptsächlich daran liegen, dass mein Leserherz langsam aber sicher nach anderer Lektüre verlangt. Allerdings erkenne ich einen gelungenen Debüt-Roman, wen ich ihn lese und Never Too Close zählt eindeutig dazu.

Sonntag, 22. September 2019

German Review: Golden Dynasty - Stärker als Begehren - Jennifer L. Armentrout

Titel: Golden Dynasty - Stärker als Begehren
Originaltitel: Moonlight Scandals (de Vincent #03)
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Bewertung: 4 - 4.5/5

Danke an NetGalley und HarperCollins Germany (Mira Taschenbuch) für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches vorab der Veröffentlichung.
Jeder in New Orleans hat schon von Devlin »Devil« de Vincent gehört, der seit dem rätselhaften Tod des Patriarchen das neue Familienoberhaupt ist. Zahlreiche Gerüchte kursieren über die drei Brüder. Rosie ist sich dessen bewusst, als das Schicksal sie mit Devlin zusammenführt. Und doch hat kein Mann bisher solche wilden Fantasien in ihr entfacht. Rosie ist nicht nur entschlossen, den Mythos, der sich um die de Vincents rankt, zu erforschen, sondern auch, hinter Devlins gut verborgene Geheimnisse zu kommen. Aber dafür muss sie sich in die Arme des Teufels begeben...

Innerlich bin ich ziemlich stolz auf mich, dass ich es dieses Jahr tatsächlich geschafft habe, viele Reihen zu beenden ohne vorher neue anzufangen. Das ist wie mit Aufgaben, die man erledigt haben will, ehe man sich neuen widmet. Es war durchaus abzusehen, dass ich Stärker als Begehren lesen würde. Schließlich geht es um Jennifer und das ist es für mich selbstverständlich, ihr neustes Werk ganz oben auf meinem Stapel zu wissen - auch wenn dieser Stapel alleine durch NetGalley gefüttert wird, wofür ich sehr dankbar bin. Der krönende Abschluss der de Vincent Reihe also. Mit dem vermutlich geheimnisvollsten Charakter, den Jennifer erschaffen hat: Devlin de Vincent.

Jeder Leser wird sich in Band eins und zwei gefragt haben, wie die Autorin es schaffen will, einen mit seinem Charakter zu packen, wie sie eine Geschichte um ihn herum - derjenige, der keine Emotionen zu haben scheint - entwickeln möchte. Und ganz ehrlich, es wäre nicht Jennifer, wenn sie uns nicht überraschen würde. Bereits von der ersten Seite an wusste ich, es wird gut. Rosie hat mir als Freundin von Nikki bereits in Brennender als Sehnsucht gut gefallen und ich liebe es, wie der mystische Ton von New Orleans immer wieder aufgegriffen wird, aber in Stärker als Begehren einen Höhepunkt findet. Schwarze Magie, Hypnose, das lässt einen erschauern, aber gleichzeitig hat es etwas derart Spannendes, dass man immer mehr darüber lesen möchte. Die Idee, die der Autorin einfallen, sind unglaublich gut und lassen einen unglaublich neidisch auf ihr Talent werden. Im positiven Sinne natürlich. Devlin und Rosie scheinen wie gemacht für diese Stadt, diese mystische und gefährliche Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht.

Jennifer kennt ihre Charaktere einfach zu gut, anders hätte sie es niemals geschafft, Devlin sympathisch wirken zu lassen, ihn mit seinem perfekten Match zu krönen. Und bis dahin bezweifelte ich, dass es einen passenden Charakter für Devlin gibt, der ihn etwas anderes als kalt erscheinen lässt. Es dann zu schaffen, dass Devlin trotzdem wie er selbst wirkt und keine 180 Grad Drehung macht, das ist schon ziemlich bemerkenswert.

Viele Fragen werden in Stärker als Begehren endlich beantwortet, Rätsel gelöst und der Kreis schließt sich sozusagen. Der Weg dorthin ist nicht langezogen, was ich beinahe befürchtet hatte, ebenso wie das die Geschichte zu schnell erzählt werden könnte. Dafür war einfach viel zu vieles unklar, aber das Tempo war gut. Und es gab so einige Plot-Twists mit denen keiner (das behaupte ich einfach mal) gerechnet hat - nicht mit rechnen konnte, um genau zu sein. Und ja, hier ist mein einziger Kritikpunkt: Ob ein bestimmter Twist zu weit hergeholt war, liegt nicht an mir zu entscheiden, aber den Eindruck vermittelt bekommen habe ich leider schon.

Welcher Band gefiel mir am besten? Welches Pärchen gehört zu meinen Favoriten? Es ist so - nachdem ich nochmals meine Rezensionen gelesen habe - ein Buch toppte das nächste, ein Paar war besser als das andere, aber am Ende finde ich, ist die Trilogie an sich einfach derart stimmig, dass ich alle Bücher gelungen finde, alle Paare ihre Chemie verdient haben. Die Entwicklung des dunklen und mystischen Hauchs hat der Geschichte etwas besonderes verliehen, finde ich, sodass sie mir sehr lange in Erinnerung bleiben wird und ich zwar gerne hätte, dass die Reihe fortgesetzt wird, den Abschluss doch derart gelungen finde, dass ich nichts hätte anders haben wollen.