Titel: Madly (In Love #02)
Autorin: Ava Reed
Bewertung: 3.5/5
Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionexemplar dieses Buches.
Das Vergangene ist vorbei. Wir sollten es loslassen June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht - aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt ...
Ich habe gebraucht, mich dazu durchzuringen, nach Truly Madly in die Hände zu nehmen. Selbst als meine Anfrage für den zweiten Teil der Reihe auf NetGalley genehmigt wurde, konnte ich einfach keinen guten Grund finden, es endlich zu lesen. Ich musste es mir tatsächlich ein halbes Jahr später erst physisch ausleihen, um meinem inneren Schweinehund zu überwinden. Ich wollte der Story habe eine faire Chance geben, auch wenn mich der Vorgänger nicht 100pro überzeugt hatte.
Einige Szenen haben sich tatsächlich leider sehr gezogen, so sehr ich June und Mason auch mochte. Im ersten Teil erschienen sie mir gar nicht so sympathisch, aber während Madly fand ich sie sogar besser als Andie und Cooper aus Truly. Zurück zu den gezogenen Szenen... Da hätte ich beinahe aufgegeben. Ich muss nicht ein ganzes Kapitel darüber lesen, wie June auf Praktikumssuche geht, wenn von der Storyline her klar ist - für jeden Leser und jede Leserin - wo sie letztendlich enden wird. Schön und gut, dass die Sonne strahlte, June extrem wütend war, sich beeilte und Co. Aber das trug null zur Story bei und zielte für mich her darauf ab, das ganze Buch nicht alleine romantisch wirken zu lassen. Dabei hätte das Thema, das June eigentlich seit ihrer Geburt begleitet, viel mehr zum Vorschein kommen können. Stattdessen lernt sie - wie so viele Charaktere - leider erst sich selbst zu lieben, als es ein Mann tut. Oh, das tut weh. Es sollte doch um so viel mehr gehen, oder nicht?
Aber das klingt, als wäre alles schlecht gewesen. Das ist keineswegs der Fall. Madly ist ein sehr solider New Adult Roman, der mir durchaus gut gefallen hat. Ich fand Junes "Makel" gut, darüber liest man viel zu wenig, auch dass Masons Familiendrama am Ende ganz anders aufgelöst wird als man es gewohnt ist, das war eine nette Abwechslung. Und auch die Verbindung der Freunde - June, Mason, Andie, Cooper und Dylan - die ist sehr einzigartig. Ich las die gemeinsamen Szenen sehr gerne und musste des Öfteren schmunzeln.
Auf Goodreads vergab ich aufgerundet 4 Sterne und meine Rezension lässt vielleicht Zweifel aufkommen, wieso ich so viele Negatives hervorhebe und dann eine so gute Bewertung abgebe. Ich sehe das Potential, ich sehe die dringendbenötige Findung neuer Themen, neuer spezieller Charaktere in New Adult Romanen und schätze den Schreibstil von Ava Reed sehr. Das Buch hätte kürzer sein können, vielleicht ein wenig mehr Tiefe besitzen, aber dann würde es nicht in die Reihe passen, würde komplett den Rahmen springen und ich möchte meine Wünsche nicht unbedingt in der Bewertung einfließen lassen, denn dafür kann der oder die Autor:in nichts.
Ich werde also auch Deeply lesen, hoffe aber, dass ich diesmal nicht ein halbes Jahr brauche, um der Geschichte eine Chance zu lesen. Ich bin gespannt auf Dylans Geschichte, sein Charakter wurde bisher so wenig beleuchtet, dass ich sicherlich freudig überrascht sein werde.
Titel: Bad At Love
Originaltitel: Nos âmes tourmentées
Autorin: Morgane Moncomble
Bewertung: 3.5 - 4 / 5
Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Als Azalées Mutter stirbt, bleibt ihr nichts anderes übrig: Sie muss nach vier Jahren zum ersten Mal in ihre Heimatstadt zurückkehren. Augenblicklich holen sie dort die schrecklichen Erinnerungen an ihre Vergangenheit ein. Doch nicht nur das: Azalée lernt auch ihren neuen Nachbarn Eden kennen. Er ist sexy und geheimnisvoll, und auch wenn sie sich geschworen hat, niemals Gefühle für einen Mann zu entwickeln, berührt er sie auf eine Weise, die ihre Welt mit jedem Tag ein bisschen mehr ins Wanken bringt ...
Es ist doch so, dass man irgendwann alle möglichen Geschichten bereits gelesen hat und es dann am Schreibstil der Autorin oder des Autoren liegt, ob man die Story trotzdem lesen möchte und wie man sie letztendlich dann findet und bewertet. In Bad At Love ist nichts neu erfunden, das wahrhaft Spannende ist eher die Entwicklung der Romantik zwischen Azalée und Eden. Das ist das Originelle, um das es mir im Laufe des Buches ging.
Traurig war ich auch, dass Morgane Moncomble ihr Heimatland für diese Geschichte verlassen hat und die Charaktere hat in den USA leben lassen. Aus ihren beiden vorherigen Romanen, die im LYX-Verlag erschienen sind, war ich die traumhafte Kulisse von Paris gewöhnt und hatte mich gefreut, in ein europäisches Nachbarland eintauchen zu dürfen. Hier hätte die Geschichte auch stattfinden können, aber immerhin ist uns Leser:innen ein französischer Name geblieben.
Es gibt da einen bestimmten "Vibe", den ich aufschnappe, wenn ich Bücher wie Bad At Love lese, ähnlich wie Romane von T.M. Frazier. Diese Südstaaten-Geschichten, die eine ganz andere Stimmung in einem hervorheben als möglicherweise vergleichbare Romane. Leicht beklemmend, weshalb ich solche Romane meist meide, schnell durchblättere oder ganz langsam lese. Alle möglichen Varianten also. Vielleicht liegt es aber auch gar nicht am Setting und eher an den Protagonisten, ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber schwerelos und entspannt fühlte ich mich beim Lesen von Bad At Love absolut nicht.
Das muss nicht direkt etwas Schlechtes sein, sondern einfach ein Eindruck, den ich gerne vermitteln möchte. Der neuste Roman von Morgane Moncomble hat mich leider nicht so sehr überzeugt wie ihre bisher erschienenen Geschichten, aber trotz allem war Azalée als Charakter so packend, dass ich meinen eReader nicht beiseite legen wollte. Und eben genau hier gilt Erstgesagtes von mir: Das liegt vor allem am Schreibstil von Morgane Moncomble. Oder einer sehr guten Übersetzung. Im idealen Fall beides.
Es existiert eine Trigger-Warnung für dieses Buch und ich empfehle diese vorher auch zu lesen. Ungeachtet der Tatsache, dass in ähnlichen Geschichten mehr Details genannt werden, ist Azalées Vergangenheit nichts für schwache Nerven. Da hilft es auch nicht, wenn man Eden an ihrer Seite weiß, ein weiterer männlicher Protagonist in der Bookboyfriend-Kategorie der Leser:innen dieser Welt.
Weitere Romane von Morgane Moncomble folgen und ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Dass eine französische Stimme Fuß im deutschen Verlagswesen gefunden hat, freut mich wirklich sehr.
Titel: Someone To Stay (Someone #03)
Autorin: Laura Kneidl
Bewertung: 3.5 - 4 / 5
Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Aliza würde sich gerne verlieben, aber für eine Beziehung bleibt ihr keine Zeit. Nicht nur ist sie fest entschlossen, ihr Jurastudium durchzuziehen. Sie hat auch mit ihrem erfolgreichen Instagram-Account alle Hände voll zu tun, und ihr erstes Kochbuch steht kurz vor der Veröffentlichung. Da kann sie sich keine Ablenkung erlauben – selbst dann nicht, wenn sie so attraktiv und faszinierend ist wie Lucien.
Und auch für Lucien steht die Liebe zurzeit an letzter Stelle. Seit dem Tod seiner Eltern hat seine jüngere Schwester, für die er das Sorgerecht bekommen hat, oberste Priorität. Aber je besser sich Aliza und Lucien kennenlernen, desto heftiger wird das Prickeln, das zwischen ihnen herrscht – und umso mehr gerät ihr Entschluss ins Wanken, die Finger voneinander zu lassen …
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Someone-Reihe, habe ich letztendlich doch beschlossen, die Geschichte um die Charaktere weiter zu verfolgen. Nachdem mir der erste Band nicht allzu sehr zugesagt hatte, war ich versucht aufzugeben, den Hype zu ignorieren und mich anderen Büchern auf dem Stapel zu widmen. Aber irgendwas ist da an Laura Kneidl, das ich nicht loslassen wollte. Ich wusste, was sie kann, was ich ihr zutraue, was ich von einem Roman von ihr erwarte und wollte mir beweisen, dass ich damit richtig lag.
Es war in der Tat so, dass mir bereits Band 2 besser gefiel als der Vorgänger und nun ist es "safe to say": Someone To Stay ist mein Lieblingsbuch der Reihe, das sehen scheinbar auch die Leser auf Goodreads, wo es die beste Gesamtbewertung bisher genießt. Immer noch nicht das ultmative Highlight meines Jahres, aber ein solider Roman, der wichtige Themen aufgreift und ausreichend bearbeitet. Ein Punkt, den ich im ersten Band Someone New beispielsweise sehr vermisst habe. Auch die Charaktere gefielen mir irgendwie besser, wirkten ausgereifter, sicherer als Charaktere an sich.
Ich fand es sehr originell, Lucien als Make-Up-Artist vorzustellen, ebenso interessant, wie Aliza als angehende Kochbuchautorin. Etwas, das einem noch nicht oft oder gar nicht in bisherigen Romanen untergekommen ist. Empowerment-Bewegungen, die Akzeptanz von verschiedenen Religionen und weitere Themen wurden ebenfalls behandelt und das nicht zu knapp. Teilweise fand ich einiges sehr in die Länge gezogen, so in etwa Veranstaltungen, die Aliza besucht hat, aber der Leser wird immer etwas zu meckern finden.
An sich fühlen sich die drei Someone-Romane trotzdem nicht wie eine Reihe an. Sicher, man kann also ohnehin unabhängig voneinander lesen, aber mir fehlen die Verbindungen. Was nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss, ich wollte es nur erwähnt haben. Die Titel funktionieren besser als Einzelstücke.
Ich hatte befürchtet, dass Laura Kneidl keine Linie ziehen würde, immer mehr Probleme auf Aliza abwälzen würde - Kochbuch, Erwartungen der Familie, Freunde, Blog und letztendlich hatte ich mit einer Social-Media-Sucht gerechnet. Regelrecht erwartet, ja. Und ich bin offen gesagt froh, dass mir diese Thematik erspart wurde. Vielleicht wurde sie angerissen, eben so dass ich als Leser Angst hatte, es wäre jeden Augenblick soweit und Aliza würde alle Probleme dieser Welt für sich bündeln. An sich beinhaltet das Buch schon sehr viele Dramen, beinahe zu viele?! Lucien wirkt neben Aliza fast schon zu flach als Charakter, das stimmt.
Ist Someone To Stay also ein gelungener Abschluss der Reihe? Wie bereits gesagt, sehe ich die Titel ziemlich unabhängig voneinander, daher sehe ich die Geschichte um Aliza und Lucien weniger als Abschluss, eher als Beweis für Laura Kneidls Schreibtalent, das mich hiermit wieder mehr überzeugen konnte als zuletzt.
Titel: What I Like About You
Autorin: Marisa Kanter
Bewertung: 4/5
Danke an Bastei Lübbe (ONE) und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Es gibt eine Million Dinge, die Halle Levitt und ihren besten Freund Nash verbinden. Sie lieben Bücher, können stundenlang reden ... Und trotzdem verschweigt Halle ihm, wer sie wirklich ist. Denn online heißt Halle Kels - ist berühmte Buchbloggerin und hat alles, was ihr im echten Leben fehlt: Freunde, eine tolle Community, Selbstvertrauen und natürlich Nash. Dann wechselt sie für ihr Abschlussjahr an eine neue Schule, und plötzlich steht Nash leibhaftig vor ihr - da ist Chaos vorprogrammiert!
Jugendbücher - meine Schwachstelle. Seit der englischen Veröffentlichung befand sich What I Like About You auf meiner Wunschliste, aber ich tat es ab, als ein weiteres Buch, das zwar auf dieser Liste stand, ich in diesem Leben vermutlich allerdings niemals lesen würde, weil mir die Zeit fehlte, die Muße, es mir wirklich anzuschaffen, und und und... Kaum vorstellbar, dass NetGalley und der Verlag meine Anfrage bestätigen würden und ich derart aus dem Häuschen sein würde, endlich wieder einen Jugendtitel in meiner virtuellen Galerie zu haben, dass ich es sofort anfangen musste zu verschlingen.
Und oh, ich liebte es. Ohne wenn und aber. Dieses Buch... Mir wäre so viel entgangen, hätte ich es als ein weiteres auf meiner Liste abgetan und niemals gelesen. Marisa Kanter schreibt so wunderbar, aber vielleicht ist es auch einfach eine wirklich geniale Übersetzung, das kann ich nicht beurteilen. Festzuhalten ist, dass dieser Jugendroman einer meiner Lieblinge 2020 ist.
Es passiert häufiger, dass Charaktere in Jugendbüchern heimliche Megastars sind - ob nun Popstars, Bookstagrammer, Influencer und was es alles so gibt. Und meist stören mich diese Geschichten ziemlich. Also war ich möglicherweise etwas skeptisch, bevor ich What I Like About You entdeckte, denn ein weiterer Jugendroman über eine Buchbloggerin, die gleichzeitig Cupcakes backt? Ugh. Das klang für mich ganz furchtbar. Aber die Art und Weise wie die Geschichte von Halle und Nash erzählt wird, die war ganz wunderbar.
Neu erfunden ist hier nichts, da müssen wir uns nichts vormachen: Mädchen trifft Junge online, sie werden zu besten Freunden, sie treffen sich live und einer der beiden hat keine Ahnung, wer die andere Person wirklich ist, also wird sich immer weiter in Lügen und Geheimnisse verstrickt. So läuft das eben. Langweilig, oder? Nicht in What I Like About You. Vollkommen untypisch für mich, habe ich bei diesem vorhersehbaren Plot mitgefiebert ohne Ende, auch wenn ich den unvermeidlichen Punkt an dem Nash und Halle sich mit der Wahrheit konfrontiert sehen, niemals wirklich erleben wollte. Viel zu sehr fand ich ihre Beziehung, ihre Freundschaft, die nach Halles Umzug in Nashs Heimatstadt entsteht, viel zu toll.
In diesem Roman finden sich so viele gelungen umgesetzte Aspekte wieder, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Verlust einer geliebten Person, Berufswünsche, Freundschaft, Homosexualität, jüdisches Leben. Dieser Roman ist leicht, aber nicht zu leicht, und auf eine angenehme Art und Weise gar nicht schwer, auch wenn diese schweren Themen, die andere Jugendromane beinhalten natürlich ebenso wichtig sind. Aber zur Abwechslung fand ich ein solches Buch, wie What I Like About You es ist, einfach herrlich angenehm für mich. Witz und Charme und herzerwärmende Charaktere.
Die Rezensionen zu Büchern, die ich unheimlich gut fand, neigen dazu, wenig hilfreich für andere potentielle Leser:innen zu sein. Aber sei es drum, meiner Liebe zu diesem speziellen Jugendroman tut das keinen Abbruch. Wärmstens empfohlen!
Titel: What If We Drown (What If #01)
Autorin: Sarah Sprinz
Bewertung: 3.5 - 4 / 5
Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Ein Neuanfang - das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete...
Ich werde immer etwas sentimental, wenn ich die letzte Seite eines Romans erreiche, die Story gerade verinnerliche, einen Moment zum Luftholen nehme und mir dann diese Informationen zum Autor oder der Autorin angezeigt werden und ich realisiere, dass die Person genauso alt oder jünger ist als ich. Das sorgt immer für Bewunderung und Neid meinerseits.
Abgesehen davon, muss ich gestehen, dass ich derzeit sehr im Arztserien-Fieber stecke. New Amsterdam hat es mir derzeit besonders angetan, aber der Gedanke an einen Roman, in dem Krankenhäuser, ein Medizinstudium oder ähnliches vorkommen... Ja, das ließ mich doch irgendwie zögern. Eigenartig. Letztendlich bin ich froh, What If We Drown eine Chance gegeben zu haben, denn die Szenen, die sich auf Medizin konzentrieren, sind sehr authentisch und wecken Interesse. Trotz meiner anfänglichen Skepsis.
An sich ist der Plot nicht unbedingt komplett neu erfunden, aber wie New Adult Leser vermehrt feststellen, gibt es eben nur so viele Spaten, die abgedeckt, Geschichten, die erzählt werden können. Daher wird sich immer wieder vieles wiederholen und es liegt an dem Autor oder der Autorin, die Leser trotzdem in den Bann zu ziehen, ohne dass sie sich gelangweilt oder betrogen fühlen. Neue Stadt, eine wundervolle WG, in die man einzieht, schwerer Verlust, Lügen, in die man sich immer weiter verstrickt... So sieht Lauries Leben kurzgefasst aus. Also ja, wie ich es darstelle, würden die meisten potentiellen Leser vermutlich das Buch im Laden oder in der Bibliothek zur Seite legen und keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Aber es ist wirklich gut. Das stellte ich auch zu meiner Überraschung fest.
In den ersten Kapiteln passierte mir tatsächlich noch nicht genug. Und dafür, dass der Roman relativ "kurz" ausfällt, konnte ich mir nicht vorstellen, wie der Plot an sich Fahrt aufnehmen sollte. Im Nachhinein betrachtet hat die Autorin vielleicht dafür sorgen wollen, dass der Leser - ebenso wie Laurie - zunächst ankommen, sich mit der Umgebung, der Vergangenheit und den Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Kein schlechter Plan, wie ich finde. Leider muss ich jedoch auch gestehen, viele weitere Szenarien sind dann doch etwas zu schnell abgehandelt worden, dieses Hals-über-Kopf-verlieben zum Beispiel. Um gleich aber wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen: Andersherum hätte ich mich sicherlich auch beschwert, denn 100% zufrieden kann ich eben eigentlich fast nie sein.
Dank des Schreibstils der Autorin, liest sich die Geschichte sehr gut, man möchte kaum Pausen einlegen und wissen, wie es zwischen Laurie und Sam weitergeht. Man erfährt gar nicht viel über Sam, lediglich womit er sich quält, was im Grunde genau dasselbe Monster wie bei Laurie ist, aber trotzdem gewinnt er in rasender Geschwindigkeit das Leserherz für sich. So muss das eben sein bei New Adult Romanen, oder nicht?!
Ich bin sehr gespannt auf die Nachfolger der Reihe, denn ich fand, auch wenn Hope und Emmett (Lauries Mitbewohner) in What If We Drown gut wegkommen, konnte ich ihre Charaktere irgendwie nicht richtig greifen. Wirklich tiefe Konversationen zwischen den drei Parteien gab es nicht, obwohl sie unglaublich liebevolle Freunde für Laurie waren. Ich bin gespannt, was in ihren Köpfen passiert.
Titel: Truly (In Love #01)
Autorin: Ava Reed
Bewertung: 3.5/5
Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Kein Job, keine Wohnung, kein Geld - so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere ...
Ich bin enttäsucht von mir. Da lag Truly so lange digital auf meinem Tolino, nur damit ich es letztendlich doch physisch in der Bibliothek ausleihe und auf konventionelle Art und Weise lese. Hach... Während alle anderen also bereits ihre Lobeshymnen auf diesen Roman kungetan habe, bin ich etwas spät zur Party, wie man im Englischen sagen würde. Andererseits fühlt es sich für mich nicht nach einer super tollen Überraschungsparty an. Eher nach einer durchschnittlichen Feier auf der die Softgetränke an Kohlensäure einbußen mussten. Um Gottes Willen, ich bin fies.
Es ist nur so: Ich habe bereits Jugendbücher von Ava Reed gelesen. Und diese liesen sich gut lesen, auch wenn mir irgendwie immer etwas an ihnen fehlte. Und es ist nicht so, dass ich Truly grausam fand. Ich denke, meine Bewertung zeigt immer noch, dass ich den Roman rundum solide fand. Aber leider eben nur das. Das Genre New Adult wird kaum neu erfunden werden. Die Geschichten wiederholen sich zum gehäuften Male und auch wenn ich das ein oder andere Mal gerne darüber schmunzle, langsam ermündet es mich etwas. Weshalb ich mich vielleicht lieber eher von dem Genre distanzieren sollte, als dann meine Meinung auf eine Bewertung auszulegen, die dem Autor oder der Autorin gar nicht passt.
Mir gefiel das Setting des Buches sehr gut und auch der Schreibstil von Ava Reed ließ keinen Wunsch offen. New Adult schien für sie kein Problem zu sein, aber das wundert mich auch ehrlich gesagt überhaupt nicht. Selbst ihre Jugendbücher sind in einer solchen Sprache und teils mit einer solcher Wortgewandheit und Poesie formuliert, dass man einfach weiß, das ist nicht das einzige Steckenpferd der Autorin. Gut, dass sie dies auch bemerkt hat und in eine andere Abteilung schnuppert.
Auch die Freundschaften, die sich innerhalb der Geschichte in Truly bilden, sagten mir sehr zu. Die Dialoge ließen in einem das Gefühl aufkommen, an einer echten Gegebenheit teilzuhaben, das muss man auf diese Art und Weise auch erstmal schaffen. Einiges an der Story hätte fehlen können und die sogenannte Insta-Attraction ist ebenfalls eines der vielen Dinge dieses Genres, das ich langsam aber sicher nicht mehr lesen kann. Aber es zieht doch noch viele Leser und Leserinnen an, die genau das von einem solchen Buch erwarten.
Während des Lesens war ich mir nicht sicher, ob ich dem Nachfolgebuch, in dem wir auf Freunde von Andie und Cooper stoßen werden, wirklich eine Chance geben sollte. Aber dann verselbstständigte sich mein Finger, als ich es zur Anfrage bei NetGalley sah und nun ist es in meinem digitalen Bücherregal. Mal schauen, wie lange ich diesmal brauche, um es endlich in Angriff zu nehmen, aber irgendwie freue ich mich bereits darauf, erneut in die Welt der In Love-Reihe einzusteigen.
Titel: Wie viel Leben passt in eine Tüte?
Originaltitel: The Survival Kit
Autorin: Donna Freitas
Bewertung: 3 - 3.5 / 5
Danke an Thienemann-Esslinger und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Eine schlichte braune Papiertüte mit der Aufschrift "Roses Survival Kit". Darin: ein iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern, ein Papierdrachen. Ein letztes Geschenk ihrer verstorbenen Mutter an Rose – und der Beginn einer Reise. Zögernd lässt Rose sich darauf ein. Jeder Gegenstand scheint sie dabei auf seltsame Art zu Will zu führen, für den sie schon bald mehr empfindet als bloße Freundschaft ...
Dieses Buch wurde im englischen Original 2011 veröffentlicht. Das ist mittlerweile neun Jahre her, kaum zu glauben. Mindestens ebenso lange befindet es sich auch in meinem digitalen Stapel ungelesener Bücher auf Goodreads. Es ist auch nicht das erste Mal, dass The Survival Kit im Deutschen verlegt wird. Das geschah bereits schonmal. Aber ich deute es möglicherweise als kleines Zeichen, dass es dieses Jahr wieder geschah, denn so kam ich in den Genuss eines digitalen Rezensionsexemplares und kann es endlich von meinem Stapel nehmen. Als kleine Randbemerkung muss ich ebenfalls gestehen, dass das deutsche Cover dieser Auflegung mir weitaus mehr zusagt, als das Cover davor.
Der Klappentext sagt eigentlich alles, was man zur Geschichte wissen muss. Ich habe es vermisst, eben jene Art von Jugendbuch zu lesen. Das Thema ist nicht neu erfunden, die Charaktere nicht besonders großartig komplex und der Schreibstil nicht unbedingt poetisch, aber ich fand dieses Buch so erfrischend, obwohl es das generell kaum ist, aber persönlich für mich war es eine willkommene Abwechslung von meiner diesjährigen Sammlung an gelesenen Romanen.
Was mir besonders gut gefiel war, dass jedes Kapitel mit einem Musikstück beginnt, also der Kapitelname einem einen Künstler oder eine Band vorgibt und einen Song dazu. Am Ende des Buches erklärt sich dies insgesamt als Soundtrack für Roses Leben, für ihre Gefühle und Erfahrungen, die sie während der Geschichte gemacht hat. Eine schöne Idee, wie ich finde, auch wenn ich für gewöhnlich die beiden Welten Bücher und Musik ungerne mische, auch wenn ich von beidem ein großer Fan bin. Ich habe sogar kurzzeitig mit der Idee gespielt, mir eben jenen Soundtrack anzuhören. Vielleicht werde ich dies noch tun, die Möglichkeit besteht.
Donna Freitas hat es geschafft, dass ich mich zurück in die Schule katapultiert fühlte. Ich weiß nicht, ob das zwangsläufig etwas Gutes ist, aber durch meine Abwesenheit, was das Jugendbuch-Genre angeht, habe ich schon länger nicht mehr in die Welt eines Teenagers geblickt und war froh, dass ausgerechnet Rose und ihre Familie die Köpfe waren, in die ich etwas tiefer schauen durfte und die mich zurück in diese Welt gebracht haben. Ich habe das Drama der Jugendbeziehungen vermisst, das Knistern, dass sich dann ankündigt, wenn die Protagonistin auf den Außenseiter trifft. Ja, das Buch bedient viele Klischees ohne dass diese als solche dargestellt werden. Es fällt einem leicht, in die Geschichte zu steigen und sie zu lesen. Ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen, einfach weil es sich so hervorragend leicht zu lesen ließ. Das mochte ich sehr.
Ich habe noch ein weiteres Buch von der Autorin auf meiner Liste und kann nun mit Bestimmtheit sagen, dass dieses unbedingt noch in Angriff genommen wird. Hoffentlich dauert es nicht wieder neun Jahre, bis ich dazu komme.