Titel: What I Like About You
Autorin: Marisa Kanter
Bewertung: 4/5
Danke an Bastei Lübbe (ONE) und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Es gibt eine Million Dinge, die Halle Levitt und ihren besten Freund Nash verbinden. Sie lieben Bücher, können stundenlang reden ... Und trotzdem verschweigt Halle ihm, wer sie wirklich ist. Denn online heißt Halle Kels - ist berühmte Buchbloggerin und hat alles, was ihr im echten Leben fehlt: Freunde, eine tolle Community, Selbstvertrauen und natürlich Nash. Dann wechselt sie für ihr Abschlussjahr an eine neue Schule, und plötzlich steht Nash leibhaftig vor ihr - da ist Chaos vorprogrammiert!
Jugendbücher - meine Schwachstelle. Seit der englischen Veröffentlichung befand sich What I Like About You auf meiner Wunschliste, aber ich tat es ab, als ein weiteres Buch, das zwar auf dieser Liste stand, ich in diesem Leben vermutlich allerdings niemals lesen würde, weil mir die Zeit fehlte, die Muße, es mir wirklich anzuschaffen, und und und... Kaum vorstellbar, dass NetGalley und der Verlag meine Anfrage bestätigen würden und ich derart aus dem Häuschen sein würde, endlich wieder einen Jugendtitel in meiner virtuellen Galerie zu haben, dass ich es sofort anfangen musste zu verschlingen.
Und oh, ich liebte es. Ohne wenn und aber. Dieses Buch... Mir wäre so viel entgangen, hätte ich es als ein weiteres auf meiner Liste abgetan und niemals gelesen. Marisa Kanter schreibt so wunderbar, aber vielleicht ist es auch einfach eine wirklich geniale Übersetzung, das kann ich nicht beurteilen. Festzuhalten ist, dass dieser Jugendroman einer meiner Lieblinge 2020 ist.
Es passiert häufiger, dass Charaktere in Jugendbüchern heimliche Megastars sind - ob nun Popstars, Bookstagrammer, Influencer und was es alles so gibt. Und meist stören mich diese Geschichten ziemlich. Also war ich möglicherweise etwas skeptisch, bevor ich What I Like About You entdeckte, denn ein weiterer Jugendroman über eine Buchbloggerin, die gleichzeitig Cupcakes backt? Ugh. Das klang für mich ganz furchtbar. Aber die Art und Weise wie die Geschichte von Halle und Nash erzählt wird, die war ganz wunderbar.
Neu erfunden ist hier nichts, da müssen wir uns nichts vormachen: Mädchen trifft Junge online, sie werden zu besten Freunden, sie treffen sich live und einer der beiden hat keine Ahnung, wer die andere Person wirklich ist, also wird sich immer weiter in Lügen und Geheimnisse verstrickt. So läuft das eben. Langweilig, oder? Nicht in What I Like About You. Vollkommen untypisch für mich, habe ich bei diesem vorhersehbaren Plot mitgefiebert ohne Ende, auch wenn ich den unvermeidlichen Punkt an dem Nash und Halle sich mit der Wahrheit konfrontiert sehen, niemals wirklich erleben wollte. Viel zu sehr fand ich ihre Beziehung, ihre Freundschaft, die nach Halles Umzug in Nashs Heimatstadt entsteht, viel zu toll.
In diesem Roman finden sich so viele gelungen umgesetzte Aspekte wieder, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Verlust einer geliebten Person, Berufswünsche, Freundschaft, Homosexualität, jüdisches Leben. Dieser Roman ist leicht, aber nicht zu leicht, und auf eine angenehme Art und Weise gar nicht schwer, auch wenn diese schweren Themen, die andere Jugendromane beinhalten natürlich ebenso wichtig sind. Aber zur Abwechslung fand ich ein solches Buch, wie What I Like About You es ist, einfach herrlich angenehm für mich. Witz und Charme und herzerwärmende Charaktere.
Die Rezensionen zu Büchern, die ich unheimlich gut fand, neigen dazu, wenig hilfreich für andere potentielle Leser:innen zu sein. Aber sei es drum, meiner Liebe zu diesem speziellen Jugendroman tut das keinen Abbruch. Wärmstens empfohlen!
Titel: What If We Drown (What If #01)
Autorin: Sarah Sprinz
Bewertung: 3.5 - 4 / 5
Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Ein Neuanfang - das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete...
Ich werde immer etwas sentimental, wenn ich die letzte Seite eines Romans erreiche, die Story gerade verinnerliche, einen Moment zum Luftholen nehme und mir dann diese Informationen zum Autor oder der Autorin angezeigt werden und ich realisiere, dass die Person genauso alt oder jünger ist als ich. Das sorgt immer für Bewunderung und Neid meinerseits.
Abgesehen davon, muss ich gestehen, dass ich derzeit sehr im Arztserien-Fieber stecke. New Amsterdam hat es mir derzeit besonders angetan, aber der Gedanke an einen Roman, in dem Krankenhäuser, ein Medizinstudium oder ähnliches vorkommen... Ja, das ließ mich doch irgendwie zögern. Eigenartig. Letztendlich bin ich froh, What If We Drown eine Chance gegeben zu haben, denn die Szenen, die sich auf Medizin konzentrieren, sind sehr authentisch und wecken Interesse. Trotz meiner anfänglichen Skepsis.
An sich ist der Plot nicht unbedingt komplett neu erfunden, aber wie New Adult Leser vermehrt feststellen, gibt es eben nur so viele Spaten, die abgedeckt, Geschichten, die erzählt werden können. Daher wird sich immer wieder vieles wiederholen und es liegt an dem Autor oder der Autorin, die Leser trotzdem in den Bann zu ziehen, ohne dass sie sich gelangweilt oder betrogen fühlen. Neue Stadt, eine wundervolle WG, in die man einzieht, schwerer Verlust, Lügen, in die man sich immer weiter verstrickt... So sieht Lauries Leben kurzgefasst aus. Also ja, wie ich es darstelle, würden die meisten potentiellen Leser vermutlich das Buch im Laden oder in der Bibliothek zur Seite legen und keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Aber es ist wirklich gut. Das stellte ich auch zu meiner Überraschung fest.
In den ersten Kapiteln passierte mir tatsächlich noch nicht genug. Und dafür, dass der Roman relativ "kurz" ausfällt, konnte ich mir nicht vorstellen, wie der Plot an sich Fahrt aufnehmen sollte. Im Nachhinein betrachtet hat die Autorin vielleicht dafür sorgen wollen, dass der Leser - ebenso wie Laurie - zunächst ankommen, sich mit der Umgebung, der Vergangenheit und den Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Kein schlechter Plan, wie ich finde. Leider muss ich jedoch auch gestehen, viele weitere Szenarien sind dann doch etwas zu schnell abgehandelt worden, dieses Hals-über-Kopf-verlieben zum Beispiel. Um gleich aber wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen: Andersherum hätte ich mich sicherlich auch beschwert, denn 100% zufrieden kann ich eben eigentlich fast nie sein.
Dank des Schreibstils der Autorin, liest sich die Geschichte sehr gut, man möchte kaum Pausen einlegen und wissen, wie es zwischen Laurie und Sam weitergeht. Man erfährt gar nicht viel über Sam, lediglich womit er sich quält, was im Grunde genau dasselbe Monster wie bei Laurie ist, aber trotzdem gewinnt er in rasender Geschwindigkeit das Leserherz für sich. So muss das eben sein bei New Adult Romanen, oder nicht?!
Ich bin sehr gespannt auf die Nachfolger der Reihe, denn ich fand, auch wenn Hope und Emmett (Lauries Mitbewohner) in What If We Drown gut wegkommen, konnte ich ihre Charaktere irgendwie nicht richtig greifen. Wirklich tiefe Konversationen zwischen den drei Parteien gab es nicht, obwohl sie unglaublich liebevolle Freunde für Laurie waren. Ich bin gespannt, was in ihren Köpfen passiert.
Titel: Truly (In Love #01)
Autorin: Ava Reed
Bewertung: 3.5/5
Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Kein Job, keine Wohnung, kein Geld - so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere ...
Ich bin enttäsucht von mir. Da lag Truly so lange digital auf meinem Tolino, nur damit ich es letztendlich doch physisch in der Bibliothek ausleihe und auf konventionelle Art und Weise lese. Hach... Während alle anderen also bereits ihre Lobeshymnen auf diesen Roman kungetan habe, bin ich etwas spät zur Party, wie man im Englischen sagen würde. Andererseits fühlt es sich für mich nicht nach einer super tollen Überraschungsparty an. Eher nach einer durchschnittlichen Feier auf der die Softgetränke an Kohlensäure einbußen mussten. Um Gottes Willen, ich bin fies.
Es ist nur so: Ich habe bereits Jugendbücher von Ava Reed gelesen. Und diese liesen sich gut lesen, auch wenn mir irgendwie immer etwas an ihnen fehlte. Und es ist nicht so, dass ich Truly grausam fand. Ich denke, meine Bewertung zeigt immer noch, dass ich den Roman rundum solide fand. Aber leider eben nur das. Das Genre New Adult wird kaum neu erfunden werden. Die Geschichten wiederholen sich zum gehäuften Male und auch wenn ich das ein oder andere Mal gerne darüber schmunzle, langsam ermündet es mich etwas. Weshalb ich mich vielleicht lieber eher von dem Genre distanzieren sollte, als dann meine Meinung auf eine Bewertung auszulegen, die dem Autor oder der Autorin gar nicht passt.
Mir gefiel das Setting des Buches sehr gut und auch der Schreibstil von Ava Reed ließ keinen Wunsch offen. New Adult schien für sie kein Problem zu sein, aber das wundert mich auch ehrlich gesagt überhaupt nicht. Selbst ihre Jugendbücher sind in einer solchen Sprache und teils mit einer solcher Wortgewandheit und Poesie formuliert, dass man einfach weiß, das ist nicht das einzige Steckenpferd der Autorin. Gut, dass sie dies auch bemerkt hat und in eine andere Abteilung schnuppert.
Auch die Freundschaften, die sich innerhalb der Geschichte in Truly bilden, sagten mir sehr zu. Die Dialoge ließen in einem das Gefühl aufkommen, an einer echten Gegebenheit teilzuhaben, das muss man auf diese Art und Weise auch erstmal schaffen. Einiges an der Story hätte fehlen können und die sogenannte Insta-Attraction ist ebenfalls eines der vielen Dinge dieses Genres, das ich langsam aber sicher nicht mehr lesen kann. Aber es zieht doch noch viele Leser und Leserinnen an, die genau das von einem solchen Buch erwarten.
Während des Lesens war ich mir nicht sicher, ob ich dem Nachfolgebuch, in dem wir auf Freunde von Andie und Cooper stoßen werden, wirklich eine Chance geben sollte. Aber dann verselbstständigte sich mein Finger, als ich es zur Anfrage bei NetGalley sah und nun ist es in meinem digitalen Bücherregal. Mal schauen, wie lange ich diesmal brauche, um es endlich in Angriff zu nehmen, aber irgendwie freue ich mich bereits darauf, erneut in die Welt der In Love-Reihe einzusteigen.
Titel: Wie viel Leben passt in eine Tüte?
Originaltitel: The Survival Kit
Autorin: Donna Freitas
Bewertung: 3 - 3.5 / 5
Danke an Thienemann-Esslinger und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Eine schlichte braune Papiertüte mit der Aufschrift "Roses Survival Kit". Darin: ein iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern, ein Papierdrachen. Ein letztes Geschenk ihrer verstorbenen Mutter an Rose – und der Beginn einer Reise. Zögernd lässt Rose sich darauf ein. Jeder Gegenstand scheint sie dabei auf seltsame Art zu Will zu führen, für den sie schon bald mehr empfindet als bloße Freundschaft ...
Dieses Buch wurde im englischen Original 2011 veröffentlicht. Das ist mittlerweile neun Jahre her, kaum zu glauben. Mindestens ebenso lange befindet es sich auch in meinem digitalen Stapel ungelesener Bücher auf Goodreads. Es ist auch nicht das erste Mal, dass The Survival Kit im Deutschen verlegt wird. Das geschah bereits schonmal. Aber ich deute es möglicherweise als kleines Zeichen, dass es dieses Jahr wieder geschah, denn so kam ich in den Genuss eines digitalen Rezensionsexemplares und kann es endlich von meinem Stapel nehmen. Als kleine Randbemerkung muss ich ebenfalls gestehen, dass das deutsche Cover dieser Auflegung mir weitaus mehr zusagt, als das Cover davor.
Der Klappentext sagt eigentlich alles, was man zur Geschichte wissen muss. Ich habe es vermisst, eben jene Art von Jugendbuch zu lesen. Das Thema ist nicht neu erfunden, die Charaktere nicht besonders großartig komplex und der Schreibstil nicht unbedingt poetisch, aber ich fand dieses Buch so erfrischend, obwohl es das generell kaum ist, aber persönlich für mich war es eine willkommene Abwechslung von meiner diesjährigen Sammlung an gelesenen Romanen.
Was mir besonders gut gefiel war, dass jedes Kapitel mit einem Musikstück beginnt, also der Kapitelname einem einen Künstler oder eine Band vorgibt und einen Song dazu. Am Ende des Buches erklärt sich dies insgesamt als Soundtrack für Roses Leben, für ihre Gefühle und Erfahrungen, die sie während der Geschichte gemacht hat. Eine schöne Idee, wie ich finde, auch wenn ich für gewöhnlich die beiden Welten Bücher und Musik ungerne mische, auch wenn ich von beidem ein großer Fan bin. Ich habe sogar kurzzeitig mit der Idee gespielt, mir eben jenen Soundtrack anzuhören. Vielleicht werde ich dies noch tun, die Möglichkeit besteht.
Donna Freitas hat es geschafft, dass ich mich zurück in die Schule katapultiert fühlte. Ich weiß nicht, ob das zwangsläufig etwas Gutes ist, aber durch meine Abwesenheit, was das Jugendbuch-Genre angeht, habe ich schon länger nicht mehr in die Welt eines Teenagers geblickt und war froh, dass ausgerechnet Rose und ihre Familie die Köpfe waren, in die ich etwas tiefer schauen durfte und die mich zurück in diese Welt gebracht haben. Ich habe das Drama der Jugendbeziehungen vermisst, das Knistern, dass sich dann ankündigt, wenn die Protagonistin auf den Außenseiter trifft. Ja, das Buch bedient viele Klischees ohne dass diese als solche dargestellt werden. Es fällt einem leicht, in die Geschichte zu steigen und sie zu lesen. Ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen, einfach weil es sich so hervorragend leicht zu lesen ließ. Das mochte ich sehr.
Ich habe noch ein weiteres Buch von der Autorin auf meiner Liste und kann nun mit Bestimmtheit sagen, dass dieses unbedingt noch in Angriff genommen wird. Hoffentlich dauert es nicht wieder neun Jahre, bis ich dazu komme.
Titel: Die Prinzessin (All Saints High #01)
Originaltitel: Pretty Reckless
Autorin: L.J. Shen
Bewertung: 3/5
Danke an LYX und NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Daria Followhill ist reich, wunderschön und das beliebteste Mädchen der All Saints High. Sie müsste sich wie eine Prinzessin fühlen. Doch ihr Leben ist alles andere als perfekt. Seit sie vor vier Jahren aus Eifersucht die Zukunft der gleichaltrigen Silvia Scully zerstört hat, plagen sie schlimme Schuldgefühle. Als sie nun erfährt, dass Silvias Zwillingsbruder Penn nach dem Tod seiner Mutter kein Zuhause mehr hat, sorgt sie kurzerhand dafür, dass ihre Eltern Penn bei sich aufnehmen. Und obwohl er keinen Zweifel daran lässt, dass er Daria hasst, ist sie machtlos gegen das heftige Kribbeln zwischen ihnen. Dabei weiß sie, dass seine Liebe sie zerstören könnte...
Ein Geständnis vorweg: Ich habe mich nie an die Vicious-Reihe von L.J. Shen getraut, nachdem ich auf einer Buchmesse eine Unterhaltung zweier Mädchen belauschte, die ziemlich über die Buchreihe herzogen. "Der Schreibstil ist ganz schlecht", sagten sie. "Das hat man alles schon x-Mal gelesen." Nun, Letzteres erfahren wir Bücherwürmer doch alle, oder etwa nicht? Wie Melodien, die einem bekannt vorkommen, so gibt es eben auch nur eine begrenzte Anzahl an Szenarien in Büchern. Und trotzdem laufen wir im Buchhandel zum Regal, in dem dieselben kitschigen, romantischen Romane stehen, die unser Herz höher schlagen lassen und uns dann eventuell aufregen, weil sie eben nicht unbedingt besonders sind.
Nun gut, trotz allem habe ich sofort auf den "Anfragen"-Button gedrückt, als ich Die Prinzessin, Band Nummer Eins der All Saints High Reihe, auf NetGalley sah. Die Reihe ist ein Spin-Off von Vicious, deshalb habe ich diese zuvor erwähnt. Zum besagten Schreibstil, über den die Mädchen sich beschwerten, lässt sich meinerseits festhalten, das er mir in diesem Roman eigentlich relativ gut gefiel. Ich hatte die Autorin letztes Jahr auf einer Buchmesse gesehen und die Art, wie sie für das Schreiben schwärmte, wie lang die Schlange an ihrer Buchausgabe war, ließ mich stutzig werden. Anscheinend ist sie doch gut. Wie gesagt, der Schreibstil gefiel mir. Eine Freundin von mir hat mich jedoch im Vorfeld gewarnt, dass die Protagonistin der Geschichte einem ziemlich viel abverlangt. Nervlich gesehen. Und, oh ja! Was für eine Göre!
Zunächst hatte ich noch Mitleid mit Daria. Aber bereits nach einigen Seiten - vermutlich nicht zuletzt, weil ich zuvor gewarnt wurde - ging sie mir auf den Keks. Und das gewaltig. Penn ereilte dasselbe Schicksal: Erst mochte ich ihn, dann war er mir doch irgendwie zu flach, zu berechenbar und zu wechselhaft. Die beiden haben doch in ihrem Leben eigentlich keine wirklichen Probleme, oder? Penn noch viel eher als Daria, aber wieso sie so düster, zickig, launenhaft und viele andere negative Adjektive ist, das habe ich nicht verstanden. Die arme Mutter! Alle Augen auf Daria, bitte. Was für eine Show. Das gefiel mir überhaupt nicht, weshalb auch der gute Schreibstil der Autorin leider nicht dazu beiträgt, in meiner Bewertung höher zu gehen.
Mich erinnerte vieles an Teenage-Filme auf den 90er Jahren gepaart mit Gossip Girl. Reiche Menschen, mit Problemen, die eigentlich keine sind und sich aufspielen als wäre ihr Seelenfrieden gestört. Oh, ich merke, wie ich mich aufrege, während ich diese Rezension schreibe, was gar nicht meine Intention war. Aber es ist leider so, dass ich viele Motive nicht verstanden habe und für mich keinen Sinn ergaben, sehr an den Haaren herbeigezogen wirkten, damit Drama vorhanden sein konnte.
Ich bin mir noch unsicher, ob ich den zwei anderen Bänden der Reihe eine Chance geben werde. Beim englischsprachigen Publikum ist vor allem der dritte Teil sehr gut angekommen, weshalb ich mich möglicherweise doch noch bei deutscher Erscheinung verleiten lassen werde, sie zu lesen.
Title: Never Too Late (Never #02)
Originaltitel: Aime-moi, je te fuis
Author: Morgane Moncomble
Rating: 4 - 4.5/5
Danke an NetGalley und LYX für das digitale Rezensionsexemplar dieses Buches.
Die Nacht mit Jason sollte eine einmalige Sache sein. Zoé führt keine Beziehungen, und sie verliebt sich nicht - niemals! Doch dann stehen sich die beiden wenige Tage später plötzlich erneut gegenüber, als sie feststellen, dass ihre besten Freunde in dieselbe Wohnung gezogen sind. Und obwohl Zoé den One-Night-Stand am liebsten vergessen würde, kann sie sich nicht gegen das Kribbeln wehren, das Jasons Nähe in ihr hervorruft. Aber ihr Herz wurde schon einmal gebrochen - kann sie es wirklich ein weiteres Mal aufs Spiel setzen?
Mir fehlen ein wenig die Worte, das muss ich zugeben. Der Vorgänger Never Too Close war gut. Er muss nicht unbedingt gelesen worden sein, um sich in Never Too Late einzufinden, ratsam ist es allerdings schon, da Charaktere auftauchen, die wir bereits kennengelernt haben. Wie gesagt, Band 1 war gut... Aber nicht herausragend. Also war ich skeptisch, was Band 2 angeht und ob ich ihn tatsächlich lesen sollte. Aber wow! Ich bin froh, dass ich es getan habe.
Zoé war zunächst nicht mein liebster Charakter, das stimmt. Ihre Probleme schienen bereits in Band 1 derart komplex zu sein, dass sie ihr eigenes Buch verdient hat. Die Teile geschehen parallel zueinander, was bedeutet, der Leser weiß bereits, wie es mit Zoé Freunden weitergeht, während alle Ereignisse ihrer eigenen Geschichte darauf abzielen. Und Jason... Wir haben ihn bisher nur als Macho kennengelernt, der es liebt, Zoé auf die Palme zu bringen. Doch auch hinter seiner Fassade steckt so viel mehr und als Geständnis lässt sich sagen, dass er solch ein toller Typ ist, einer zum Dahinschmelzen.
Es passiert wahnsinnig viel in dieser Geschichte. Das schreckt mich für gewöhnlich ab; ich habe es erst neulich in anderen Rezensionen stark kritisiert. Auch hier habe ich sehr daran zu knabbern gehabt und war kurz davor, Punktabzug zu geben. Gut ist, dass der Verlag eine Triggerwarnung eingeschrieben hat, sodass jeder selbst entscheiden kann, wie offen er einigen Themen, die die Geschichte behandelt, gegenüber stehen möchte. Leider trifft es - meinem Empfinden nach - nur Zoé ständig so schwer innerhalb des Buches. Jason hingegen lebt ein sehr friedvolles Leben ohne große Sorgen oder Probleme. Das hat sich für mich die ganze Storyline über gezogen und zu meinem eigenen Erstaunen war es für mich während des Lesens vollkommen in Ordnung. Erst jetzt fange ich an, darüber nachzudenken.
Die Chemie zwischen den beiden passt perfekt - auch wenn sie teilweise anderer Meinung sind. Der Leser weiß es einfach immer besser. Auch ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse hat die Autorin perfekt beschrieben, ich war wirklich total hin und weg. Eine große Weiterentwicklung, wenn man Never Too Close und Never Too Late miteinander vergleicht. Ich wollte mich von den beiden Protagonisten gar nicht trennen.
Und auch wenn in dieser Geschichte so viel Schmerz steckt, der einem das Herz bricht, würde ich dennoch sagen, es geht vor allem um Hoffnung, die Morgane Moncomble hier versucht hat, einzufangen und zu vermitteln. Das ist bei mir angekommen. Ich fand es großartig, wie sie Zoé hat wachsen lassen, wie sie ihr Liebe zu sich selbst schenken wollte. Dieses Thema so zu treffen hat mich stark beeindruckt und es ist eben das, was so vielen anderen Büchern inzwischen fehlt. Sicherlich gibt es ähnliche New Adult Romane, sicherlich ist eine ähnliche Geschichte bereits erzählt worden, aber für mich setzt sich der Schreibstil und die Gedankenweise der Charaktere klar ab. Never Too Late ist ganz wundervoll und ich kann es nur empfehlen.
Title: In Five Years
Author: Rebecca Serle
Rating: 4/5
Where do you see yourself in five years?
Dannie Kohan lives her life by the numbers.
She is nothing like her lifelong best friend—the wild, whimsical, believes-in-fate Bella. Her meticulous planning seems to have paid off after she nails the most important job interview of her career and accepts her boyfriend's marriage proposal in one fell swoop, falling asleep completely content.
But when she awakens, she's suddenly in a different apartment, with a different ring on her finger, and beside a very different man. Dannie spends one hour exactly five years in the future before she wakes again in her own home on the brink of midnight—but it is one hour she cannot shake. In Five Years is an unforgettable love story, but it is not the one you're expecting.
It's so very uncommon of me to write a review just for me, without the title being a requested one on NetGalley. I haven't received In Five Years in exchange for an honest review, but I thought this book was worth it, spending my time writing a review nevertheless - no matter how short it might turns out to be.
It's been quite a while since I read When You Were Mine by Rebecca Serle. Years even. It's one of my all-time-favourites, to be fair, which is why I was dying to get my hands on her latest novel, an adult fiction book. Remember when I said I didn't request this one?! Well, truth be told, I recommended it for the digital range of my public library and boom! I was the first one to borrow it when they bought it pretty soon afterward. Super exciting! I love that feature! Seeing how many people are currently waiting for it, I think I did a pretty good job, too.
Anyway... What I meant to say is that I'm not sure if this book would have landed on my to-be-read-list if it wasn't for the author herself. I knew what I'd be getting in to, loving Rebecca Serle's writing style, so though there were high expectation, she met those. Reading the first few sentences, I didn't exactly click with the main character Dannie. It wasn't love at first sight. She has her whole life planned out, when she is going to get engaged, when she is going to marry and all that. Ugh, I didn't like her, probably for the same reasons as her best friend in the story - live a little, woman! Also, though described lovely and sweet, I wasn't convinced about her boyfriend David at that time either. As soon as Aaron entered the picture, I was in his team. And I expected a huge love story.
Only it wasn't. You can't expect a huge love story here, sorry. Did I feel let down by that? No. And I'm really surprised by that, as well. The story itself certainly involves love, but it's more about the friendship kind. It's about finding out what you want in life, realizing what you could lose, who you could lose and makes you rethink about everything, actually. On how the way you view friendships and relationships and love and romance and your career. What's important? How do you not lose yourself on your journey through life? So many aspects that I'd like to point out, that are so well-thought-through. My heart really felt all that.
I expected more sights into the future and there weren't, I can tell you that much. It's not something you miss while reading, just unexpected. Such as many other details. But honestly, it was beautiful. I finished the book within a day and loved it very much despite it being so adult-ish and a tear-jerker. The ending, I think, was a bit too rushed for me. And also, what's up with that person at the end? I never would have seen that coming! Perhaps I will... In five years?!